Smiljan Radić Clarke, Gewinner des Pritzker-Preises 2026!
Der Pritzker-Preis 2026 wurde an Smiljan Radić Clarke verliehen – einen chilenischen Architekten, dessen Werk sich den typischen Mustern des zeitgenössischen Designs entzieht. Es ist eine der bedeutendsten Auszeichnungen in der Architekturwelt und wird oft als „Nobelpreis der Architektur“ bezeichnet.

Foto: Ardfern, CC Attribution-Share Alike 3.0 Unported
Wer ist der Preisträger des Pritzker-Preises 2026?
Smiljan Radić Clarke wurde 1965 in Santiago de Chile geboren – und genau dort betreibt er seit 1995 sein Atelier. Er studierte Architektur an der Pontificia Universidad Católica de Chile und absolvierte anschließend historische Studien in Venedig, was seinen breiten Blick auf das Entwerfen geprägt hat.
Anstelle spektakulärer Formen und technologischen Prunks setzt Radić auf:
- Rohheit und die Poesie der Materialien – Stein, Beton, Holz, Stoff und Glasfaser werden auf unkonventionelle Weise kombiniert
- einen starken Dialog mit dem Ort – jedes Projekt versteht er als eigenständige Untersuchung von Kontext und Kultur
- Experimentieren mit Konstruktion und Licht – halbtransparente Hüllen, Spiel von Schatten und Form
- Zerbrechlichkeit als Wert – Gebäude wirken temporär, obwohl sie auf fortschrittlichen Ingenieurlösungen basieren
Sein Atelier bleibt bewusst klein und intim. Radić lehnt die Idee eines „wiedererkennbaren Stils“ ab und entwirft niemals zweimal auf die gleiche Weise.

Foto: Tomáš Znamenáček, CC Attribution-Share Alike 4.0 International
Wichtigste architektonische Projekte
Zu den bekanntesten Projekten des Preisträgers gehören unter anderem:
- Serpentine Gallery Pavilion (London, 2014) – eine 170 Quadratmeter große Konstruktion aus Glasfaser, die an eine halbtransparente Schale erinnert, die auf massiven Steinen ruht; nach der Ausstellung wurde sie in den Garten der Hauser & Wirth Galerie in Somerset verlegt
- Teatro Regional del Biobío (Concepción, 2018) – ein modernes Kulturzentrum mit einer halbtransparenten Fassade, die akustische Funktionen mit dem Spiel des natürlichen Lichts verbindet
- Restaurant Mestizo (Santiago, 2006) – ein Dach, das auf Stahlbetonträgern ruht, welche auf großen Felsblöcken aus einem nahegelegenen Steinbruch lagern – das rohe Material wird hier Teil der Erzählung
- NAVE (Santiago) – die Umnutzung eines beschädigten Wohnhauses aus dem frühen 20. Jahrhundert zu einem Zentrum für darstellende Künste, überdeckt mit einer halbtransparenten Polycarbonathülle
Gerade solche Projekte brachten ihm internationale Anerkennung und begründeten die Entscheidung der Jury.
Begründung der Pritzker-Preis-Jury
Die Jury betonte, dass Radić eine leise, aber äußerst bedeutende Architektur schafft. In der Begründung wurde hervorgehoben:
- die Fähigkeit, Räume zu schaffen, die Reflexion und Konzentration fördern
- Mut zum Experimentieren mit Form, Material und Maßstab
- eine konsequente Auffassung von Zerbrechlichkeit als Bedingung menschlicher Erfahrung – nicht als Schwäche, sondern als Wert
Seine Projekte dominieren ihre Umgebung nicht – sie treten mit ihr in Dialog. In einer Zeit des Überflusses an Formen und visuellen Reizen ist dies ein außergewöhnlicher Ansatz.
Chile erneut auf der architektonischen Weltkarte
Radić ist der zweite Architekt aus Chile, der mit dem Pritzker-Preis ausgezeichnet wurde – der erste war Alejandro Aravena im Jahr 2016. Dies unterstreicht die wachsende Bedeutung Südamerikas auf der globalen Architekturszene und das zunehmende Interesse an Entwürfen, die im lokalen Kontext und in der Tradition verwurzelt sind.
Was ist der Pritzker-Preis?
Der Pritzker-Preis wurde 1979 ins Leben gerufen und wird jährlich an einen lebenden Architekten verliehen, dessen Werk einen bedeutenden Einfluss auf die Entwicklung der Architektur hat. Zu den früheren Preisträgern gehören unter anderem:
- Zaha Hadid
- Frank Gehry
- Tadao Ando
- Renzo Piano
Der Preisträger erhält 100.000 US-Dollar sowie eine Bronzemedaille. Die Auszeichnung gilt als die höchste Ehrung in diesem Bereich.
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